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Die Amrumer vermissen Ihre Gäste


Lokalsage: Das Amrumer Herz

von Anne-Marie Pfleiderer, Klasse 6c


Einst war die Nordseeinsel Amrum viel größer als heute, einzelne lnseln lagen näher beieinander. Auf den lnseln gab es hohe Dünen und Felsen. Mitten im Meer lebte damals auf einer dieser lnseln eine reiche Adelsfamilie, gegründet 1799 von Heinrich van Hinrichsen und Jasmin von der Tauber. Jasmin gebar zwei wunderschöne Knaben, die ihnen treu dienten.
Der erstgeborene Sohn namens Amos war stets barmherzig und bereit, mit seinen Mitmenschen zu teilen. Er war freundlich zu den Armen und spendete ihnen oft ein paar Dukaten. Von diesen konnten sich die Armen ein Stückchen Brot zum Überleben kaufen.


Förus aber, der Jüngere, dachte nur an sich und sein Wohlbefinden. Die schönen Sonnenstunden verbrachte er am Strand und ließ sich die leckersten Speisen von seinem Gefolge bringen. Anstatt seinem Vater treu zu dienen, nahm er angeschwemmtes Strandgut und zielte auf die Möwen, die daraufhin kreischend das Weite suchten.


Hinrichsen wurde nun alt und er wusste nicht, welcher der beiden Söhne nun seine Herrschaft übernehmen sollte, denn beide Brüder wollten auf der Nordseeinsel regieren. So beschlossen sie an den Strand der Nordspitze zu gehen. Dort sollte es einen harten Wettkampf um Mitternacht bei Mondesschein geben.


Die Aufgabe war es, einen Felsen so weit wie möglich ins Meer zu werfen. ,,Der Stärkere möge gewinnen", rief Förus gegen die laute Brandung an.Sodann nahm er sich einen länglichen Hinkelstein und schleuderte ihn mit seiner kräftigen Rechten weit hinaus ins dunkle Meer.


Amos aber ließ sich Zeit. Mit Bedacht wählte er einen abgerundeten, handlichen, schönen Felsen. Um genug Schwung zu bekommen, umrundete er die lnsel dreimal. Bei seinem Wurf rollte der Stein über den langen, weißen Sandstrand, dabei bröckelten kleine Steine ab, bis er schließlich im Meer versank.


fn dieser Nacht konnte der Sieger nicht festgemacht werden, da beide Steine in den Fluten versunken waren. So beschlossen die Geschwister auf die Ebbe am darauffolgenden Morgen zu warten. Um der Gerechtigkeit willen sollte das Urteil bei Sonnenaufgang von dem betagten Heinrich van Hinrichsen verkündet werden.


Doch vom Stein des Förus verlor sich jede Spur. Man nahm an, dass die nächtliche Flut ihn mitgerissen hatte. So ernannte Heinrich van Hinrichsen seinen Sohn Amos zu seinem Nachfolger. Sein Bruder Förus wurde aber noch am selben Tag auf die benachbarte, grüne lnsel verbannt. Noch immer trägt sie den Namen Föhr. Noch heute sieht man an der Nordspitze in Norddorf den Siegesfelsen von Amos. Er erinnert an sein gutes Herz.


 



Kontakt:  

Ulf und Renate Zindler

zindler-amrum@t-online.de

 

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